Der Laie als normaler Christ,

der unstudiert, nicht kopflos ist,

ein bisschen schlau, ein  bisschen dumm,

bleib stets ein Individuum.

 

Nicht Schaf, nur möglichst ohne Arg,

mal kompliziert, mal eher karg.

Ist ungeweiht als Frau, als Mann,

und manches weiß, nicht alles kann.

 

Erstaunlich ist: Er könnte taufen,

obwohl doch bloß dahergelaufen.

Zwar wird  er meist davor sich hüten,

doch lässt nicht alles sich verbieten.

 

Gott selber zwingen kann er nicht,

indem er Wandlungsworte spricht.

Wer das vermeint, wär nicht ganz dicht,

in Ars, in Rom, auch im Gedicht.

 

Zu predigen sei uns vergönnt,

wie man es auch von Pfarrern kennt.

Der heilige Franz, der ja verarmt,

vor zu viel Worten freilich warnt.

 

Damit kann Männer  man vertreiben,

sodass sie vor der Kirche bleiben.

Zur Messe eilen sie herbei

erst wenn die Predigt ist vorbei.

 

So stimmen ab sie mit den Füßen,

wenn Laien zu viel hören müssen.

Die beste Predigt tönt von dort,

wo Tat geworden Jesu Wort.

 

Der Zeitgeist neigt zum Selbstbedienen.

Gut ist das Selbst, nicht ein Bedienen,

so wie der Mensch es heut versteht,

wo immer nur um‘s Geld es geht.

 

Darum der Herrgott Christen helf

wenn Laien tun himself/herself

was Gottes Sohn uns hat geboten,

der auferstanden von den Toten.

 

Es lehrt das Evangelium

ein allgemeinen Priestertum.

Doch würden Profis wir vermissen,

wo wir doch Arbeit teilen müssen.

 

Es gibt fürwahr genug davon

im Weinberg. Gott bezahlt sie schon.

Dort jede/jeder hat als Schatz,

den garantierten Arbeitsplatz.