Wer unterscheidet Sünd von Schuld

braucht etwas Hirn und viel Geduld.

Der Sünder lebt getrennt von Gott,

ist‘s eigene Schuld? Geerbte Not?

 

Papst Franz nimmt sich als Sünder wahr,

er will nicht heucheln, Gott bewahr.

Zu Gott der Abstand riesig ist

der Mensch es viel zu leicht vergisst.

 

Ein alter Katechismus sagt,

dass Sünde sei, wenn man es wagt,

sich weg von Schöpfer zu bewegen,

Geschöpfen Vorrang frech zu geben.

 

Gott auf Geschöpfe eifersüchtig?

Erpicht, dass man ihn ehre richtig?

So kleinlich wird er wohl nicht sein,

das fällt nur Theologen ein.

 

Er hätt sonst nicht den Sohn gesandt,

zu heilen in des Feindes Land,

gewaltlos unter großen Leiden.

Die würde er dann wohl vermeiden.

 

Er will uns geben große Gaben,

doch Menschen kleine Herzen haben.

Nichts wissen damit anzufangen,

um in den Himmel zu gelangen.

 

Gott bietet also Liebe an,

Zwang und Gewalt sind nicht daran.

Obwohl wir alle Sünder sind,

sieht er uns als geliebte Kind‘.

 

Zur Liebe Freiheit ist vonnöten.

Gott wollte seinen Sohn nicht töten.

Hat bitteren Kelch ihm angeboten,

doch auferweckt dann von den Toten.

 

Das ist ein eigenartiger Plan,

wir kommen nie zu nah heran,

wiewohl der Sünder ahnt als Christ,

dass dies zu unserem Heile ist.