Hilfst du dir selbst, so hilft dir Gott:

Befreit dies Wort aus aller Not?

Soll man aus Eigenem Hoffnung schöpfen,

an eigenem Mute sich ergötzen?

 

Sich des Verstandes zu bedienen

ist Kant zu Recht als Schneid erschienen.

Ab wann wird sie zum Übermut?

Der tut bekanntlich selten gut.

 

Ein Buch von M. Schmidt-Salomon *)

beginnt in eher traurigem Ton.

Nur einen winzigen Moment

den winzigen Menschen man erkennt.

Milliarden Jahre unseres Lichts

vorher und nachher aber Nichts.

 

Der Titel fühlt sich schöner an:

Der Mensch die Welt verbessern kann.

Lebt in Bedrängnis, wie bekannt,

doch Hoffnungsträger wird genannt.

 

Dem Leser wird der Grund bald klar:

Der Mensch enorm erfolgreich war.

Bleibt auf der Spur dem Lauf der Welt,

erforscht, was sie zusammenhält.

 

Hat Krankheit in den Griff  gekriegt,

Entfernungen total besiegt.

Vergesst den Trost von Illusion,

Wahrheit ist voller Hoffnung schon!

 

In religiösem Tugendterror

bäumt sich der Islam hilflos auf.

Verzweifelt ruiniert sein Haus.

doch steht das Ende nah bevor.

 

An simuliertem Glauben leiden

die Christen, die sich nicht entscheiden,

der Wirklichkeit ins Aug zu sehen..

Nur Utopie wär wunderschön.

 

Evolutionäre Humanisten

auf Glauben, Hoffen, nicht verzichten.

Doch Hoffnung darf Fiktion nicht sein,

ist  mehr als Empirie allein.

 

Das zeigte schon Fürst Kropotkin.

Er wies auf  unsere Gaben hin:

den Menschen eignet Empathie.

Die Gene schon enthielten sie.

 

Doch wie sieht volle Empirie wohl aus?

Nicht sind wir Herr im eigenen Haus.

Es wär verfehlt, dies auszublenden.

Würd ja in Illusionen enden.

 

Ist Eva dann an allem schuld?

Der Feminist voll Ungeduld

die Bibel wütend korrigiert,

Patriarchat nicht toleriert.

 

So weit, so gut, doch bleibt ein Rest,

der nicht mehr sich beseitigen lässt.

Lasst Schuldzuweisung also sein.

Gott war’s? Der Mensch? Wohl nicht allein.

 

Ein Schicksal hat uns Gott gegeben.
Doch könnten wir viel besser leben.

Ist tragisch, wenn wir es nicht tun.

Die Folgen müssen tragen nun.

 

Dass wir nun Gott zu helfen bitten,

ist sinnvoll. Hat mit uns gelitten.

Wir schaffen es? Doch nicht allein.

Rasch überfordert würd man sein.

 

Hochmut kam öfter schon zu Fall.

Allmählich wird dies nun fatal.

Dem Menschen heute zwar gelingt,

dass er Natur beherrscht, bezwingt;

 

doch könnt ihr Widerstand erlahmen,

sie müde werden, uns zu warnen.

Wird die Geduld zu Ende gehen?

Helf Gott, das sollte nicht geschehen!

 

Auf jeden Fall müsst man vermeiden,

Erfolgsgeschichten fortzuschreiben.

Kein Baum wächst ständig in den Himmel.

Wieso der Mensch, der schlaue Lümmel?

 

Die Hoffnung ist ihm mitgegeben,

dass besser meistere er sein Leben.

Doch Sicherheiten gibt es keine.

Klingt realistisch, wie ich meine.

 

Dass Gott es gibt, ist  nicht gewiss,

doch glaub ich, dass es möglich ist.

Auf ihn zu hoffen scheint mir weiser.

Und dann sei man ein bisschen leiser

 

*)  Hoffnung Mensch, München 2014