Johannes Paul blieb lange, lange,

als Papst getreulich bei der Stange.

War nicht bereit, trotz großer Leiden,

von seinem Kreuz herabzusteigen.

 

Auf ihn gefolgt ist Benedikt.

der nach der Papstwahl tapfer nickt.

Obwohl er lieber Bücher schrieb

als vor sich her die Kurie trieb.

 

Bewies in der Verzweiflung Mut,

zu tun, was sonst ein Papst kaum tut:

Bescheiden stieg er ab vom Thron

und ging leibhaftig in Pension.

 

Ein solches Tun durchaus gefällt,

Respekt abnötigt aller Welt.

Auch Gott hat Freud an einem Mann,

der von der Macht noch lassen kann.

 

Der Heilige Geist nun überrascht

die Kirche, dass sie nicht verpasst,

was nötig ist in unserer Zeit,

noch knapp bevor es ist so weit,

dass keinen Menschen interessiert

was streng in Rom verlautbart wird.

 

Da staunt der Erdkreis, die Nationen.

Aus Kardinälen, Wojtylas Klonen,

erklimmt ein Papst nun den Balkon,

ganz anders, als wir’s hatten schon.

 

Sprach: Guten Abend, ich bin Franz!

Hat abgelegt barocken Pflanz.

Will bloß im Gästehaus noch wohnen

statt sich in frommem Glanz zu sonnen.

 

Für Überraschung scheint noch gut,

Roms Kirche. Doch kein Übermut

schieß nun aus der Reformer Rohren!

Denn Franz muss harte Bretter bohren.

 

Sei’s drum: Bewegung gibt es schon,

wo alles ewig währt – in Rom.