Erst neulich wurd mir halbwegs klar:

Es sind wohl doch ein Zwillingspaar

Hans Küng mitsamt dem Papa-Ratzi

zum Unterschied von Hund und Katzi.

 

Ein-eiig werden sie nicht sein,

da zu verschieden Fleisch und Bein.

Gemeinsamkeit ist aber doch

in manchem Sinn vorhanden noch.

 

Zunächst: Die Beiden sind gleich alt.

Nach des Konziles Zwiegestalt

hat jeder dazu beigetragen,

aus seiner Zeit herauszuragen.

 

Sie stimmen beide überein:

der Glaube muss vernünftig sein.

Denn Gott hat es uns aufgegeben,

verständig im Vertraun zu leben.

 

Doch wagten sie, ein Grundproblem

total verschieden anzugehn.

Da sind die beiden Theologen

unübersehbar Antipoden.

 

Papst Benedikt sieht auf dem Thron

den Christus nur als Gottes Sohn.

Hans Küng stellt einen Heiland vor,

der hier die Menschen sich erkor.

 

Als Kardinal, sanft aber zäh,

tat Josef Theologen weh.

Da war er gar kein Hasenfuß;

ansonsten eher Timidus.

 

Hans Küng erteilt nicht ständig Segen.

Er schlug sich durch, mit Säbel, Degen.

War engagiert, voll Sturm und Drang,

als Josef  fuhr im Rückwärtsgang.

 

Ein Fahrrad Ratzinger sich nahm

als Küng flott mit dem Alfa kam.

Ganz  anders das  Papamobil:

ist wohl für Päpste nicht zu viel.

 

Schon gut, schon gut; verschiedner Stil.

Entscheiden wird das, was man will!

Enzyklopädisch liebt die Welt

Hans Küng. Die Schöpfung ihm gefällt.

 

Die, wie der Papst sich ist gewiss,

gefährlich und gefährdet ist!

Gerettet darf sie ganz allein

durch die katholische Kirche sein.

 

Wer sich da quer legt, hilft nicht viel.

Schon gar nicht, wer nicht sehen will,

dass der Antike heilger Geist,

unfehlbar uns die Richtung weist.

 

Was aber, wenn Verschiednes wär

zu einem Teil komplementär?

Bedenkt: Nie hat ein menschlich Wesen

die ganze Wahrheit aufgegessen.

 

Es sei durchaus hier zugegeben,

dass Professoren anders  leben.

Nur Gott weiß alles, was beflissen

die Theologen besser wissen.

 

Der Glaube stets ein Wagnis bleibt.

Gott grad auf krummen Zeilen schreibt.

Die Einheit tut, voll Kraft und Blut

nur in der Vielfalt richtig gut.

 

Entweder/oder ist vonnöten,

jedoch noch lange nicht das Töten.

Sowohl/als auch ist oftmals weise.

Sei manchmal laut und manchmal leise.

 

Entscheiden muss ein jeder sich:

Ich, für mein Teil, allein für mich.

Denn Sinn ist individuell;

Gott selber aber ist sein Quell.  –

 

Gar viele sind von Rom schon los.

Doch bitte nicht vom Weltethos!