Es kam die neue Liturgie, nach der ich singen muss,

nach der ich stehen, sitzen, knien oder springen muss.

Tut noch so weh mein armes Knie  –  rasten darf es nie.

Stressig, diese neue Liturgie!

 

Ich muss gestehn, ich hab gesehn, es tut mir gar nicht weh,

wenn ich den Pfarrer in der Messe nur von hinten seh.

Wär gerne ruhig, bliebe stumm, fände das nicht dumm.

Besser als zu viel Brimborium.

 

Achtsam ist  –   wer nach der Wandlung schweigt,

weder schwätzt  –   noch Aktionismus treibt.

Eine kleine Stille wäre Gottes Wille,

wo man nicht zum Lamentieren neigt.

 

 

Selbst unser Heiland Jesus Christus sagte dazumal,

wo gut du betest ist in Zukunft fast schon ganz egal.

Im Tempel bete nicht zum Schein, geh in’s Kämmerlein!

Solches wird dem Vater recht und billig sein.

 

Und Pater Rahner, der ja unverkennbar Progressist,

meint, dass der Christ in hundert Jahren eher mystisch ist.

Ob gar auch ich’s womöglich bin? Mystisch eher nicht,

wohl ein bisschen Traditionalist!

 

Be–ne–dikt  –   du hast mich hoch beglückt!

Bist veraltet  –   aber unklug nit.

Traditionen pflegtst du fein und räumtest ohne weitres ein:

Gerne auch von gestern darf der Ritus sein!

 

 

Im alten Ritus ist die Messe wie ein Omnibus:

Ein Fahrer vorn, mit dem der Passagier nicht sprechen muss.

Ist das so schrecklich unmodern? Hat es Gott nicht gern?

Pilgern kann auch so der Mensch zum Herrn.

 

Schön ist zwar die Vielfalt  –  leider kompliziert!

Bleib darum loyal, wenn Neues nötig wird.

Denk ich an früher kurz zurück, fehlt mir ein kleines Stückchen Glück.

Oder ist das eher nur ein Alten-Tic?

 

Ob alt, ob neu die Liturgie, nach der ich singen muss  –

vor allem sei nun unter Christen mit dem Ringen Schluss!

Oft geht es anders, doch auch so. Lobt den Herren froh!

Klingt ein bisschen falsch ja sowieso!