Von Jesus ist nicht überliefert,

dass er sich hatte angebiedert.

Er tadelt das Establishment,

die Schlangenbrut, wie er es nennt.

 

Er will Entscheidung, bringt das Schwert,

verlangt nicht, dass sich einer schert,

ob Angehörige sind schon begraben.

Will nur entschlossene Jünger haben.

 

Er ist nicht frei von Widerspruch,

nicht festzulegen auf ein Buch.

Als Petrus hat sein Schwert gezogen,

pfiff er zurück ihn, statt zu loben.

 

Denkt Jesus also streng polar?

Er handelt konsequent und wahr.

Du sollst konkret im Hier und Nun

nur Gutes, nicht das Böse tun,

nicht unterliegen deinen Sünden,

das Böse tapfer überwinden,

jedoch durch Gutes ganz allein.

Darf nicht durch neues Böses sein.

 

Hat Gott nicht Unheil auch geschaffen,

zumindest aber zugelassen?

Er sagt, es wäre alles gut,

Wie geht das unter einen Hut?

 

Dass alle Welt um uns sich dreht,

ist nicht so, wie es Gott versteht.

So seine Lieb kann grausam sein.

Das sehen wir so leicht nicht ein.

 

Ein Mystiker denkt nicht dual.

Für ihr hat Sinn das ganze All.

Zu groß für uns, um es zu sehen,

und es als Menschen zu verstehen.

 

Mysterien sind auszuhalten.

So kann die Liebe sich entfalten

in Gottes Welt, so wie sie ist.

Mensch, akzeptier‘s, verheb dich nicht.

 

Ich hoff, es gibt ein letztes  Wort.

Gott spricht’s an einem anderen Ort.

Kein Ohr es hört, kein Aug es sieht,

wie seine Liebe sich bemüht,

am End zu trocknen alle Tränen,

zu schenken das, was wir ersehnen.