Die Wahrheit und die Einheit,

sie liegen heut im Streit.

Des Intellektes Kleinheit

zu heftig sie entzweit.

 

Konsens ist kaum zugegen

von klugem Mann und Kind,

die auf verschiednen Wegen

auf Wahrheitssuche sind.

 

Ist die brutale Wahrheit

den Menschen zumutbar?

Wär es nicht pure Narrheit,

zu reden klitzeklar?

 

Was soll Franziskus sagen,

das angemessen ist?

Reformer müssen‘s wagen,

wenn Klartext wird vermisst.

 

Die alten Kardinäle,

sind leider eingeschränkt;

bewohnen große Säle,

wo man behäbig denkt.

 

Sie insistieren: Gönnt uns Zeit,

was zählt ist unsere Richtigkeit:

Propheten, nehmt trotz Sauseschritt

auch lahme Schaf gefälligst mit!

 

Man lobet die Stabilität,

wenn Tempo auf die Nerven geht.

Hat festen Standpunkt erst gewonnen,

und schon ist wieder er zerronnen.

 

Und hältst du inne, heißt es schon,

dem Glauben drohe Stagnation.

Das hält die Hoffnung nicht mehr aus,

am End ist man allein zu Haus.  –

 

Lass ab von Sorg und Bitterkeit!

Der Papst ist für Barmherzigkeit.

Tut sich mit Richtigstellung schwer,

die schmerzt Hierarchen immer mehr.

 

Die Liebe ist das stärkere Band,

sie übertreffe den Verstand.

Lei losn, man in Kärnten sagt,

bevor man sich zu Tode plagt.