Ein Gott, der alles weiß und kann,

der gut es meint mit seinen Kindern:

Wie läge diesem Herrn daran,

dass sie an Wünsche ihn erinnern?

 

Doch unverdrossen bitt ich ihn

um einen Lotteriegewinn.

Und außerdem, er mach mich fromm,

damit ich in den Himmel komm.

 

Wenn so ich fleh ums große Geld,

es diesem Vater nicht gefällt.

Er liebt zu geben größere Gaben,

obwohl wir kleine Herzen haben.

 

Drum Jesus sagte klar und stur:

Glaubt Gott und betet, bittet nur.

Wer bittet, sieh, dem wird gegeben

und aufgetan das Tor zum Leben.

 

Vielleicht der Mensch erinnert sich:

Es geht nicht immer nur um mich.

Ganz Österreich hat größere Sorgen,

die seien nun in Gott geborgen.

 

Wenn man nicht faul nur delegiert,

was von uns selbst erwartet wird,

dann kommt am Ende man darauf:

Man nehm sein Bett  –   und selber lauf.

 

Maul red halt oder Buckel schaff!

Das sagt man listig hierzulanden.

Mit solchem Flehen weiß der Herr

nicht allzu vieles anzufangen.

 

Nachdem er dich ermuntert hat,

dich selbst gehörig anzustrengen,

hilft er dir gern mit Rat und Tat,

und lässt dich nicht auf ewig hängen.

 

Sei tapfer, Mann und Frau der Tat,

was fehlt, hängt dann vom Vater ab.

Das wird bewusst dir früh und spät

in deinem rechten Bittgebet.

 

Dann sei dem Herrn solch Bittgebet,

das zu dem Thon der Gnaden geht

mehr lieb als es gewesen.

Es könnte uns erlösen.