Zeit ist bekanntlich relativ,

doch nicht nur das, auch subjektiv.

Was nützt mir Objektivität,

wenn jeder Tag so schnell vergeht.

 

Das fühlt zurecht ein Pensionist,

der ziemlich nah dem Tode ist.

Er möchte den ganzen Tag noch rennen,

doch meistens wird er’s nicht mehr können.

 

Werd ich schon bald ein Idiot?

Erinnerung, bist halb schon tot?

Die Zeit werd ich einst ganz verlieren.

Ist immer deutlicher zu spüren.

 

Kaum war ich grad im Ruhestand,

ein anderer Pensionist befand:

Ich habe leider keine Zeit;

bin so beschäftigt, dass ich heut

nur mühsam mir noch vorstelln kann,

wie täglich ins Büro ich kam.

 

Nun muss ich nicht mehr ins Büro.

Ich werde dämlich, bleibe froh.

Die Zeit vergeht im Sauseschritt,

so komm ich kaum mit ihr noch mit.

 

Ist alt zu werden angenehm?

Nicht nur, doch ist es trotzdem schön.

Nun muss ich vieles nicht mehr wissen,

bin Recht zu haben nicht beflissen.

 

Auch sonst leb ich nun ganz entspannt,

da unentbehrlich nicht für‘s Land.

Nicht alles muss ich gleich erfassen

und kann trainieren, loszulassen.

 

Der cherubinische Wandersmann

zeigt uns die folgende Wahrheit an:

 

Ich glaube keinen Tod. Sterb ich gleich alle Stunden,

so hab ich jedes Mal ein besser Leben funden.

Nichts ist, das dich bewegt. Du selber bist das Rad,

das aus sich selbsten läuft und keine Ruhe hat.

 

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