I.

 

Das war ein wunderschöner Tag,

wo jeder gerne wandern mag.

Doch plötzlich kam ein Schicksalsschlag.

Und hat uns überrascht.

 

Ein Sturz, schon ist die Schulter hin?

Beinahe desperat ich bin:

Ins Krankenhaus musst Hedi ziehn.

Das hat uns schlecht gepasst.

 

Doch bald kam sie von dort zurück,

laut Tante Jolesch noch ein Glück.

Heut kam es wirklich reichlich dick.

Comme ca comme ci comme ca.

 

Dank sei dem Herrn. Wir sind vergnügt,

wenn Glück es auch im Unglück gibt.

Wie herrlich spannend dieses Stück!

 

Doch blieb’s  die letzte Sorge nicht,

die aktuell die früheren frisst:

Grad jetzt zurück ist meine Gicht,

ist endlich wieder da.

 

Statt schaffen –  leiden wird’s  wohl sein.

heißt vornehm: condition humaine.

Das wird nicht dauern, wär gemein

genug schon ist auf mittlere Sicht.

 

Fast endlos scheint mir die Geschicht,

die ständig neuen Krampf verspricht.

Ja, manches ist auch selbst gemacht,

bis dass es dann am Ende kracht.

Wer ist es, der zum Schluss noch lacht?

Der Teufel sei es nicht.

 

 

II.

 

 

Das Glück ist ein Vogerl,

hat Hedi gedacht,

das, schwebend vom Himmel,

zu Tal sie gebracht.

 

Ist direkt gelandet,

in Dornbirns Spital.

Das Beste ist immer

für sie ganz normal.

 

Man kann zwar nicht sagen,

es sei nichts passiert.

Doch bald hat ein Taxi,

sie heimwärts geführt.

 

War fast schon ein Wunder,

gut konnte man sehn

die schützenden Engel

zu Seite ihr stehn.

 

So deute ich Schicksal,

wenngleich man erkennt,

das längst noch nicht immer,

so glimpflich das End.

 

Obschon uns durch Leiden

der Vater nicht schont

Er hat uns im Voraus

mit Leben belohnt.

 

Betrachte die Gabe

nimm zögernd sie an.

Doch  glaub, wo auch immer,

sei Gutes daran.

 

Und kannst du es finden,

magst dankbar du sein.

Du darfst es verkünden,

doch muss es nicht sein.

 

 

 

Ein Bilderbuchunfall. Mit etwas Abstand kann der weniger betroffene Dritte

so ein Pech quasi umfassender betrachten und allenfalls auch positiv sehen