Gerechter Anteil  heißt das Spiel,

bei  dem man selbst nicht zu viel will.

Ein Stückchen hier, ein Stückchen dort.

–    wo auf der Erd? An welchem Ort?

 

Und je nach dem was einer kann,

entsprechend viel für jedermann.

Die Formel ist noch nicht  gefunden,

woran Gesellschaft könnt gesunden.

 

Zum Beispiel wird gerecht nicht sein,

wenn einer rafft für sich allein,

was immer er bekommen kann;

nicht ficht der anderen Schicksal an.

 

Auch „Jedem gleichviel“ geht wohl nicht,

obzwar die Bibel es verspricht

im Weinberg den zu spät Gekommnen.

Darf etwa Leistung sich nicht  lohnen?

 

Doch Leistung ein Geheimnis ist.

Wie man beim Hedgefond  sie bemisst,

ist schwer zu sagen. Rätselhaft,

wie viel die Manager abgezapft.

 

Die Arbeit kann es ganz allein

bei weitem nicht gewesen sein.

Nur Karl Marx das postuliert,

und noch im Grab sich umdrehn würd.

 

Im Orient die Superreichen,

die gehen lieber über Leichen,

anstatt sie was den Nachbarn geben,

dass die zumindest überleben.

 

Im Westen ist’s das gleiche Lied,

derselbe riesige Unterschied.

Wer hat, der hat, dem wird gegeben,

die anderen kommen ungelegen.

 

Die Deutschen mächtig exportieren.

Wer wird am meisten profitieren?

Klein ist der Klüngel, der diskret,

vermeidet, dass im Buch dies steht.

 

Von Funktionären ganz zu schweigen.

Nicht gerne Afrikaner, Russen, zeigen,

dass lange schon die kleine Schweiz

für sie war von besonderem Reiz.

 

Die eigenen Völker auszuplündern

darf Oligarchen niemand hindern.

Nicht Banker, Geistliche, Diplomaten,

nicht die, die viel zu sagen hatten.

 

Im schrottigen Auto Beispiel sein

will nur der Papst, und bleibt allein.

Auch er kann Leut verzaubern nicht.

Verzichtet aber aufs Gericht.

 

Ein Grundeinkommen wär doch fein?

Der Wettbewerb  müsst fairer  sein.

Für gleiche Leistung gleiches Geld!

Sogar die Frau sei gleichgestellt.

 

Was Leistung ist, das fragt sich schon:

Verbissener Fron zwecks Produktion?

Nur eins ist gut, der gute Wille,

sagt Kant, und putzte uns die Brille.

 

Und wo bleibt da  Gerechtigkeit,

wenn laut der Unterdrückte schreit?

Die Arme, die zu kurz gekommen,

am Ende auch die dummen Frommen?    –

 

Nun ist schon schwindlig mir geworden.

Im Süden, Westen wie im Norden,

und neuerdings auch in Fernost,

sind Menschen auch nicht mehr bei Trost,

 

jedoch nur wenige radikal,

Der heilige Franz einst, dazumal,

sich mit der Armut hat verlobt.

Er hasste Reichtum bis zum Tod.

 

Ist dies nun das Patentrezept?

Nein. Reiche Jüngling‘ zwingen möcht

der Heiland nicht, lässt alle gehen,

die solche Räte nicht verstehen.

 

Da muss es doch Prinzipien geben,

für ein normales gutes Leben!

Es gibt zu viele, nicht nur eins.

Und manches Hexeneinmaleins.

 

Auf unserer kleinen Kugel Erde

sieh zu, dass absolut nicht werde,

was immer nur begrenzt wird sein,

Gerechtigkeit tut‘s nicht allein.

 

Nichts ist zu wenig, was genügt.

Der Meister Maß und Mitte liebt.

So wären alle unbenommen,

ihr Stückchen Freiheit zu bekommen.

In einer Art von Gleichgewicht,

seh ich am End des Tunnels Licht.

 

Gerechtigkeit man erst erhält,

wem schon zu Ende ist die Welt?

Es leuchte, leite uns ihr Stern;

–   vergiss drauf nicht, wenn auch noch fern.

Halt trotzdem aufrecht deinen Traum,

doch schnelles Geld siehst du da kaum.

 

War Sisyphus doch glücklich dran?

Ich sage nein. Es kommt drauf an,

wie weit man etwas näher kommen kann

dem Göttlichen, das man erstrebt,

die kurze Weile, die man lebt.

 

Ja, mehr Gerechtigkeit erlebt

wer immer ehrlich nach ihr strebt.

Das Unkraut ist nicht auszurotten,

durch die Gewalt von Idioten.

Und alle Sorten Ideologen,

die stets uns haben angelogen.

 

Vertrösten lass dich bitte nicht.

Sei ein Akteur, versteck dich nicht.

Vermindere das viele Leid,

und diene in Barmherzigkeit.

 

Dein Weg ist nicht bequem, ist steil,

doch führt uns Schritt für Schritt zum Heil.

Der Mann aus Nazareth schärft uns ein:

Die Armen werden selig sein.