Nun scheint die Stagnation perfekt.

Papst Benedikt hat den Präfekt

der Glaubenshüter neu gekürt,

Erzbischof Müller installiert.

 

Das Mauern ist des Müllers Lust.

Sein Interview macht uns bewusst:

Kein Mensch darf Inquisitor sein,

dem anderes fällt als Mauern ein.

 

Vorstöße, die Reformer wagen

die Oberhirten sinnlos plagen:

es zwingt sie deren Rückstoß schon

in die Verneiner-Position.

 

Manch Journalisten freut das sehr.

Sie machen Druck. Das ist nicht fair.

Reformvorschläge laufen leer,

verärgern die Hierarchen schwer.

 

Angst in der Sexualmoral

bleibt unerlässlich und zentral.

Der Institution am meisten nützt,

wer Täter von den Opfern schützt.

 

In Ehen, die gescheitert sind,

ein Recht zu fühlen hat das Kind,

was Zank und Streit bei Eltern heißt,

die Kirchenrecht zusammenschweißt.

 

Wenn solche Ehe doch zerbricht,

gibt’s eine zweite Chance nicht.

Die Kommunion wär dann tabu;

doch Segen gibt der Herr dazu. –

 

Ihr Neuerer, seid nicht so bockig,

wenn alte Bilder etwas stockig!

Den Weg zum Himmel nicht verliert,

wen die katholische Kirche führt.

 

Es stammt die Häme stets vom Bösen.

Die Wahrheit, die ist nachzulesen,

im KKK, der sie bewahrt,

lebendig oder aufgebahrt.

 

Um Wahrheit sei verhandelt nie,

Hauptsache ist, wir haben sie!

Halt Abstand von des Zeitgeists Mist!

(Wenn es nicht der von gestern ist.)

 

Das Zweite Vatikankonzil

ist längst vorbei. Es sagt nicht viel.

Denn was der Heilige Geist gemeint,

die Kurie zusammenreimt.

 

Viel Unterschriften, heut in Mode,

sind auszusitzen bis zum Tode.

Kein Spielraum, dass du etwas lernst,

denn das Gesetz ist viel zu ernst!

 

Sich mit dem Dialog zu quälen

empfiehlt sich nur in Ausnahmsfällen.

Den Piusbrüdern ziemt Erbarmen.

Die muss man brüderlich umarmen.

 

Die Frau mag gut katholisch sein.

Doch sieh, es taugt der Mann allein

als unseres Herrn Repräsentant.

Warum? Er fragt nicht so sekkant.

 

Gewachsen ist der Situation

die Heilige Kongregation

Der Kommunismus stürzte schon.

Und alles blickt gespannt auf Rom.

 

 

P.S.

 

 Ich gebe zu, und hab’s bereut:

Das war wohl allzu bissig heut.

Erzbischof Müller als ein Christ

ein Freund von Gutiérrez ist!

Darum als Schlusspunkt sei gesetzt:

Die Hoffnung, denn die stirbt zuletzt!