Ein König wollte Festmahl halten

schickt hinaus Gesandte,

zu laden seine Freunde ein,

natürlich auch Verwandte.

 

Die Boten kehrten bald zurück,

sie hatten leider wenig Glück.

Die Gäste waren nicht bereit,

kaum einer hat genügend Zeit.

Sie mussten Äcker, Ochsen kaufen,

zu ihrer eigenen Hochzeit laufen.

 

Dem König hat es nicht gefallen,

befahl den Dienern, dass von allen,

die in der Stadt sie konnten finden,

sie kommen hießen, auch die Blinden.

 

Als dann noch immer Plätze frei,

sprach dieser König:  Einerlei  –

zieht auf des Landes Straßen aus,

bringt alle Leute, füllt das Haus!

 

Dann sagte er, dass keiner, der

ursprünglich eingeladen wär,

an diesem Mahle nehme teil,

denn keinen zwinge er zum Heil.

 

Soweit nun Lukas: doch Matthäus

fügt noch hinzu – nicht übergeh es  –:

Ein Gast war ohne Hochzeitskleid.

Das hat den Hausherrn nicht gefreut.

 

Werft ihn hinaus in Finsternis!  –

So kriegt die Fabel etwas Biss.

Darf man sich aber noch bequemen,

in Jesu Geist sie ernst zu nehmen?

 

Verwegen dichte ich hinzu:

Dem König fiel es ein, im Nu:

Im Straßenstaub man schwerlich fand,

ein anspruchsvolles Festgewand.

Geschenkt und innerlich müsst‘s sein.

Ein äußeres macht niemand rein.

 

Da wollt der König  sich erbarmen,

willkommen heißen diesen Armen.