Es ziehen tapfer vor Gericht

zwei Anwält. Selten ist das nicht.

Der eine, der kämpft um den Sieg,

und lang ist sein gerechter Krieg.

 

Recht muss am Ende Recht ja bleiben.

Sei nicht zu zaghaft, zu bescheiden.

Im Kriege sind auch Tricks erlaubt,

und selber schuld, wer einem glaubt.

 

So lange dieser Kampf auch geht:

Des Krieges Anwalt es versteht,

zu überleben von den Spesen.

Verliert er, ist es schad gewesen.

 

Doch lacht zuletzt, was immer kommt,

denn letzten Endes es sich lohnt.

Sein Geld kommt stets von irgendwo,

ist Kriegsgewinnler, Immerfroh.

 

Der Friedensanwalt, sein Kollege,

seh zu, dass er zu schlecht nicht lebe.

Ist interessiert an Kompromissen

wo niemand fühlt sich mehr beschissen.

 

Mit Realismus stellt er fest:

Gerechtigkeit sich finden lässt

auf einer Seite kaum allein.

Zwecks Frieden muss geteilt sie sein.

 

Hier herrsche nicht der Siegeswille,

nicht Wortgeklingel und Gebrülle.

Vielleicht wird‘s keinen Richter brauchen.

Do it youself, statt wen zu schlauchen.

 

Gut Kompromiss hält länger an.

Ein Status quo empfiehlt sich dann.

An vieles kann man sich gewöhnen,

und, wenn man will, damit versöhnen.

 

Was ziehst du vor, wer geh voran?

Ist nicht egal, denn denk daran:

Ob Krieg wir haben oder Frieden,

ist immerhin doch sehr verschieden.