Anni hat schon achzig Jahre,
viele schöne braune Haare;
Kein Interesse ging verloren,
steif noch hält sie beide Ohren.
Hören tut sie derart gut,
dass sie gerne wispern tut.
Lässt von niemand sich sekkieren,
geht auch kaum wem auf die Nieren.
Wenn man kirchenkritisch faselt,
endlos von der Wirtschaft schwafelt,
findet sie das strapaziös,
doch wird trotzdem nicht zu bös.
Gerne hat sie eine Stunde
Bibel- oder Wohlfühlrunde.
Wie der Helmut ist sie Single,
bloß auf Erden, nicht im Himmel.
Kümmert sich um Katharina,
guten Jass genießt sie immer.
Da sie auf Gesundheit schaut,
wird die Lunge aufgebaut.
Ist kein Ries, doch auch kein Zwerg.
Sie bezwingt den Zanzenberg.
Etwas Lärm vom Nachbarn dröhnt,
doch sie hat sich dran gewöhnt.
Nutzt der Stadt Verkehrsstruktur.
Fährt im Stadtbus, doch nicht nur.
Wenn es geht zur Basisgruppe
kommt als Taxi ihr zugute.
Hedi, die sie gern kutschiert,
weil’s gewöhnlich später wird.
Ist nicht auf den Mund gefallen.
Ausgerechnet sie von allen
hat verwegen kritisiert:
Diese Gruppe mühsam wird.
Jede dritte Woche langt!
Heimlich hat man ihr gedankt.
Auch Moral hat die Geschicht:
Keiner Anni unterkriegt.
Und so bleibt sie alterslos.
Sportlich trägt sie eine Hos.
Anni – bleib so wie du bist,
weil das höchst erfreulich ist.