O Heiland, reiß die Himmel auf!

Säum nicht mehr  länger, eilends lauf!

Verschließ der Hölle  Tor und Tür.

Wir schaffen das? Doch nur mit dir!

 

Einst gabst du Trost der ganzen Welt,

denn alles ist auf dich gestellt.

Erleucht  die Erd! Ohn deinen  Schein

in Finsternis wir alle sein.

 

Hier leiden wir noch immer Not.

Man lebt zum Schein, doch ist schon tot.

Verehrt , umtanzt ein goldnes Kalb,

wird schon in der Jugend alt und kalt.

 

Genügt, dass einmal du gekommen,

geheilt wir  sind, und angenommen?

Nun unsichtbar zu Erdenzeiten,

willst durch das Leben uns begleiten.

 

Dein Vater schweigt; schon ist uns bange.

Schon dauert die Geschicht zu lange,

die Wiederkunft, die du versprochen.

Hast du nun doch dein Wort gebrochen?

 

Das ewige Wort ist Fleisch geworden.

Noch längst ist alles nicht verdorben.

Mehr oder weniger Heilige tragen

ihr stilles Joch an grauen Tagen.

 

Sie fallen uns zu selten auf,

eh sie vollenden ihren Lauf.

Sind keineswegs ganz ohne Macken,

jedoch ihr Leben gut derpacken.

 

Advent ist eine Wartezeit.

Doch seid nicht müßig, liebe Leut.

Maul, bete oder Buckel schaff?

Den Vater nicht erledigen lass,

das, was dir selbst ist aufgetragen.

Wie oft muss ich das Dir noch sagen?